Lagerbestand optimieren 2.0: Durch Bedarfsmuster und Produktlebenszyklus im Bestandsmanagement zum Erfolg

In diesem Artikel lernst du, wie der Produktlebenszyklus und wie Bedarfsmuster in der Bestandsoptimierung funktionieren und wie du damit zum Erfolg im Bestandsmanagement kommst.

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Basics

Im Bestandsmanagement ist es wichtig durch Prognosen bzw. Forecasts die zukünftig zu erwartenden Nachfragemengen der Artikel bestmöglich vorherzusagen. Dazu kommen unterschiedliche statistische Prognoseverfahren zum Einsatz.

Um eine möglichst genaue Prognose dieser Werte zu erreichen kommen bei modernen Bestandsmanagement-Systemen dabei so genannte Bedarfsmuster zum Einsatz. Klarerweise brauche ich zur Prognose eines Schnelldrehers ein anderes statistisches Verfahren als für einen Artikel, der nur sporadische Nachfragespitzen hat.

Bedarfsmuster im Bestandsmanagement

Doch was ist jetzt ein Bedarfsmuster?

Ein Bedarfsmuster ist die Kategorisierung von Artikeln basierend auf ihren historischen Nachfragemengen.

Beispielsweise kann ein Artikel einen positiven Trend haben. Das wäre dann ein mögliches Bedarfsmuster.

Aktuell wird zwischen 9 verschiedenen Bedarfsmustern unterschieden: New, Non Moving, Obsolete, Fast, Erratic, Positive Trend, Negative Trend, Slow und Lumpy.

Keine Sorge, wir gehen auf die einzelnen Bedarfsmuster später noch genauer ein.

Ein Artikel wir zu jedem Zeitpunkt einem Bedarfsmuster zugeordnet. Dieses Bedarfsmuster steuert dann welche statistischen Verfahren für die Berechnung der Forecasts verwendet werden und damit auch wie Sicherheitsbestände und andere Kennzahlen berechnet werden.

Wie du sicher schon bemerkt hast kann sich das Bedarfsmuster eines Artikels im Laufe der Zeit ändern. Und damit kommen wir auch schon zum Produkt-Lebenszyklus im Bestandsmanagement.

 

Produkt-Lebenszyklus im Bestandsmanagement

Der Produkt-Lebenszyklus im Bestandsmanagement beschreibt die Reise, die ein Artikel durch die verschiedenen Bedarfsmuster im Rahmen seines Lebens macht.


Dabei werden die Bedarfsmuster von Eintritt des Artikels in das Sortiment als New Item bis hin zum Ausscheiden des Artikels als Obsolete Item abgedeckt.

Praxis: Produkt-Lebenszyklus im Bestandsmanagement

Gunug der Konzepte und der Theorie.

Schauen wir uns das Ganze anhand unseres fiktiven Unternehmens der "Lederhosen AG" an. Die Lederhosen AG ist ein mittelständisches Traditionsunternehmen und produziert und verkauft Trachtenmode wie Lederhosen und Dirndln. Dabei gilt es die hauseigenen Laden-Geschäfte sowie den Online Shop und Händler mit Produkten zu versorgen.

Auch bei der Lederhosen AG durchlaufen die Artikel einen Lebenszyklus im Bestandsmanagement.

Beispielsweise launcht die Lederhosen AG das neue Modell aus der sehr gut verkaufenden "Gipfelkreuz" Kollektion. Dabei startet die Lederhose als New Item im Bestandsmanagement. Nach dem erfolgreichen Launch-Event mit entsprechender Presse geht der Artikel in einen steigenden Trend über (Bedarfsmuster positive Trend) und kurz darauf verkauft sich der Artikel als Schnelldreher (Bedarfsmuster Fast).

Nach einiger Zeit launcht aber auch der größte Konkurrent der Lederhosen AG seine neue Flagship Lederhose. Nun kommen die Verkaufszahlen trotz hoher Werten etwas ins Schwanken (Bedarfsmuster Erratic).

Nachdem die Saison am Auslaufen ist verzeichnet die Lederhose als nächstes einen negativen Trend.

Einige Zeit später meldet sich bereits das nächstjährige Lederhosen Modell an und damit verkauft sich das diesjährige Modell nur noch schleppend (Bedarfsmuster Slow) bevor es dann schlussendlich also obsoletes Item ausscheidet. 

 

Zusammenfassung

Fassen wir noch einmal kurz zusammen...

Ein Bedarfsmuster ist die Kategorisierung von Artikeln basierend auf ihren historischen Nachfragemengen wie positiver Trend, Slow oder Lumpy.

Dabei kann sich das Bedarfsmuster eines Artikels über die Zeit ändern.

Die Entwicklung der Bedarfsmuster eines Artikels von dem Zeitpunkt an dem er ins Sortiment aufgenommen wird bis zu dem Zeitpunkt des Ausscheidens bezeichnet man als Produkt-Lebenszyklus im Bestandsmanagement.

Head of Consulting at Systempilot
Mit über 10 Jahren Erfahrung in der Umsetzung komplexer IT- und SAP Projekte für europäische Großunternehmen bringt Michael Schnepf wertvolles Know-How im Digitalisierungsbereich bei Systempilot ein. Im Systempilot Digitalisierungs-Blog und im Systempilot YouTube Kanal gibt er seine Erfahrungen regelmäßig weiter.